Geschichtlicher Hintergrund der Naturheilkunde

Die Geschichte der Medizin beginnt mit der Geschichte der Menschheit. Die Heilkunst Europas wird Traditionelle Europäische Naturheilkunde (TEN) genannt. Eine Heilkunst, welche in früheren Zeiten ein natürlich gewachsenes Wissenssystem mit grossem Erfahrungsreichtum erlernte. Genau diese grosse Vielfalt an Methoden und Erfahrung macht die TEN so Umfang- und Erfolgreich, denn sie ist ihren „alten“ Wurzeln treu geblieben. 

Auch wenn die Schulmedizin heute unser Gesundheitswesen dominiert, hat die Naturheilkunde ihre Wichtigkeit behalten. Beide Systeme zusammen haben ihre Berechtigung und ergänzen sich sehr gut. Die Zusammenarbeit wird in Zukunft immer wichtiger.
Die Ausübung der Naturheilkunde stellt ein grosses Wissen, Intuition, ganzheitliches und respektvolles Denken wie auch Handeln in den Vordergrund. 

Was ist das Ziel der Naturheilkunde?

Ziel der Naturheilkunde ist es, dass innere Gleichgewicht wiederherzustellen. Die Ressourcen, Selbstheilungskräfte zu fördern und so Gesundheit, Lebensfreude und Lebenskraft zu steigern. Jeder einzelne von uns trägt die Lebenskraft in sich. Es macht den Menschen möglich, sein Leben zu gestalten. In der TEN wird jeder Mensch mit seiner individuellen Konstitution angeschaut. Man bekämpft in erster Linie nicht Symptome, sondern versucht, Krankheiten an der Wurzel zu packen oder vorzubeugen. Durch verschiedene Diagnosemöglichkeiten wie die Augendiagnose, Zungen-,Pulsdiagnostik sowie die Physiognomik, wird ein individuelles Therapiekonzept erstellt. 

Selbstheilungskräfte zu aktivieren, das ist in der Naturheilkundlichen Behandlung das essentielle für das Therapiekonzept. Denn das menschliche Leben ist eine einzige Kette unbegreiflicher Wunder!

Wie entsteht Krankheit aus Sicht der TEN?

Der Mensch steht im Spannungsfeld zwischen Anpassung an äussere Veränderungen und Inneren persönlichen Bedürfnisse. Ist der Mensch in diesem Geschehen überfordert, gerät er aus dem Gleichgewicht und es kann Krankheit entstehen. Natürlich können Vordergründige Ursachen wie zum Beispiel Krankheitserreger, Stress, mangelnde Anpassungsleistung oder Energiemangel ebenfalls dazu führen. Krankheit ist nie nur eine Ansammlung von Symptomen.  

Jede Krankheit ist bei jedem Mensch ein individueller Prozess, der selbstverständlich einer individuellen Therapie bedarf. 

Humoralmedizin, was ist das und was hat es mit der Naturheilkunde zu tun?

Das Denk- und Arbeitsmodell der Naturheilkunde ist die Vier-Säfte-Lehre, es prägt somit die Humoralmedizin. Die TEN sieht den Menschen als ein Teil seiner Gesamtnatur und geht davon aus, dass die Natur und ihre Elemente auch im menschlichem Organismus wirken und so sein Leben in Gesundheit und Krankheit prägen. Die vier Grundelemente Luft, Feuer, Erde und Wasser werden als Wirkprinzipien verstanden, die im Körper durch die vier Wirkprinzipien Sanguis, Cholera, Melancholera und Phlegma mit den Qualitäten warm und kalt sowie feucht und trockenvertreten werden. Deren Balance ist wichtig für unsere Gesundheit. Diese Prinzipien beeinflussen die Konstitution und die Krankheitsanfälligkeit eines Menschen.